Was bei den Leitungen in Idstein heute in einigen Stadtbereichen nicht immer eingehalten wird. Die gesundheitlichen Auswirkungen für dort lebende Menschen werden kontrovers beurteilt. Viel spricht für schädliche Auswirkungen, vor allem bei kombiniertem Wechsel- und Gleichstrom auf einer Trasse.

Die Felder können der Gesundheit schaden, Partikel in der Luft werden ionisiert und es entsteht ein ständiger Grundlärm durch Brummgeräusche des fließenden Stroms.
„Es ist gut und richtig, die Menschen vor der Dauerbelastung zu schützen“ so führt der Fraktionsvorsitzende der CDU Peter Piaskowski aus.

Das habe von Anfang an die CDU und auch das Idsteiner Parlament unterstützt und die Erdverkabelung gefordert. Die Erdschichten über der Verkabelung sollen die Geräusche und die Wirkung der Felder durch Eindämmung begrenzen. Auch gefordert wurde die Verlegung der Trasse auf linksrheinisches Gebiet. Wo weniger dicht besiedelt ist, lässt sich die Trasse einfacher stellen. Mindestens sollte die Trasse durch sogenannte kleinräumige Verschwenkungen so verlegt werden, dass der gesetzliche Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung überall definitiv eingehalten wird.

Eine Verlegung der Trasse ohne Berücksichtigung der Belastungen und zu Ungunsten anderer Quartiere und Stadtteile Idsteins verlagert das Problem nur und löst es nicht. Deshalb lehnt die CDU eine Trasse parallel zur A3 ab. Der Vorsitzende der CDU Mathias Nippgen-van Dijk fordert eine Versachlichung der Debatte. „Wir müssen über Vor- und Nachteile diskutieren und nicht mit Unterstellungen gegenüber Parlament und Stadtverwaltung die Debatte anheizen. Die dadurch ausgelöste Verunsicherung der Bürger muss ein Ende haben. Wir tragen Verantwortung für die Menschen und nicht für die Hoheit über den Stammtischen“.

Durch eine Verlegung der Trasse zur A3 wären ganze Teile Idsteins, angefangen vom Nassauviertel bis hin zum Gewerbegebiet Frauwald betroffen, samt entsprechender Wohnbebauung. Anwohner, Arbeiter und Angestellte der Unternehmen werden belastet. Auch Teile von Oberauroff und Niederauroff könnten betroffen sein, je nachdem wie die Trasse verläuft. Sicherheitsabstand zur Autobahn und zur ICE-Trasse muss auch eingehalten werden. Die Einhaltung des Mindestabstands zur Wohnbebauung würde nicht überall möglich sein. Was bringt es, die einen zu entlasten und die anderen dafür zu belasten? Das Gleiche gilt für die betroffenen Stadtteile. In Wörsdorf gebe es die Problematik sogar innerhalb des Stadtteils. Dazu Svenja Milster, CDU Vorsitzende in Wörsdorf: „Für Wörsdorf geht es darum, für die Menschen und Betriebe im Itzbachweg, Entlastung und Entwicklungspotentiale zügig zu erreichen. Dazu braucht es endlich eine Entscheidung und Planungssicherheit. Das Verfolgen von unrealistischen Alternativen ist aus Sicht der Wörsdorfer CDU wenig zielführend. Deshalb sei es sinnvoll, der Maxime von Ministerpräsident Bouffier zu folgen, „alle sich bietenden Chance zu nutzen durch kleinräumige Verschwenkungen Entlastungen zu erreichen“. *)

„Für uns ist es gänzlich unverständlich, warum Teile von FDP und FWG sowie BI eine A3-Trasse fordern“ bezieht Nippgen-van Dijk Stellung. „Die Planungsproblematik sowie Belastung der Bevölkerung dieser Trassenvariante sei offensichtlich. Wir favorisieren weiterhin die Erdverkabelung, die linksrheinische Trassenverlegung, zumindest aber kleinräumige Verschwenkungen“. Nur das bietet allen Idsteiner Bürgern Schutz und Sicherheit vor den genannten Belastungen durch die Hochspannungsleitungen.

„Als die Idsteiner Klimaschutzpartei sorgen wir uns im besonderen Maß um unsere Umwelt und unsere natürlichen Ressourcen, allen voran unseren Idsteiner Wald. Nur um andere Stadtteile und Menschen vermeintlich zu entlasten und dafür andere zu belasten, roden wir nicht eine 50 m breite und mehrere Kilometer lange Schneise durch unseren Wald, der Jahrzehnte bräuchte um sich von diesem Kahlschlag zu erholen. Wir stehen für das Wohl aller Idsteiner und bleiben diesem Anspruch auch im Wahlkampf treu.“ ergänzt Fraktionsvorsitzender Peter Piaskowski.

*) Quelle : FAZ vom 7.12.2020, S 45

Autor: Mathias Nippgen-van Dijk

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